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Ich es relativ schwer zu beschreiben, wie das sich äussert. Also, wenn er gerade wieder zurückkommt, ist er der absolut geniale Partner und Vater. Teilweise schon zuviel. Er versucht dann alles wieder gut zu machen und übertreibt dabei teilweise vor lauter Vorsorge. Nach 4-6 Wochen kippt ganz langsam immer mehr in die entgegengesetzte Richtung. Es fängt damit an, dass er sich etwas gefühlmässig distanziert. Wenn wir dann einen (winzig kleinen) Streit bzw. nur eine Meinungsverschiedenheit haben kriegt er das dann irgendwie emotional nicht mehr auf die Reihe. Also fängt er langsam aber sicher, zuerst unbewusst, an, mir die Schuld an allem zu geben. Später steigert er sich dann ganz bewusst da hinein. Er nimmt wieder Kontakt zu Martin auf, den er auch die ganze Zeit ganz bewusst von mir getrennt hält, damit er später wieder einen Punkt hat, zu dem er flüchten kann. Schliesslich kommt dann irgendwann der Punkt, wo alles was ich mache in seinen Augen falsch und böse ist, wo er anfängt mir Sachen an den Kopf zu werfen, von denen er genau weiss, dass sie nicht stimmen, wo er nichts mehr mit mir unternehmen kann aus an den Haaren herbeigezogenen Gründen usw. Das endet dann im Regelfall damit, dass er irgendwann mit Pauken und Trompeten, sehr viel verbalen Verletzungen etc. Schluss macht und zu Martin fährt. Er sagt, dass er dann die 1. Woche dort einfach nur erleichtert ist, den Druck wegzuhaben, den er gehabt hat. Die 2. Woche fängt er dann langsam wieder klar an zu denken. Ab Anfang der 3. Woche vermisst er uns dann ganz fürchterlich, merkt, wie sehr er mich liebt und hält es schliesslich vor Schmerz nicht mehr aus und kommt wieder zurück. Dies in verschiedenen Formen: Per Brief, er ruft an oder steht vor der Tür, fängt mich vor dem Kindergarten ab, weil ich am Telefon nein gesagt habe etc. Die Zeit, die er weg ist betrug immer 2,5 bis (längstes Mal) 3 Wochen 1 Tag. Diesmal ist nur anders, dass ich gesagt habe er soll gehen (Erfolg meiner Therapie) weil ich die Verletzungen nicht mehr ertragen konnte. Er sagte mir er wolle jetzt das meiste mit Martin machen, für sich leben und ein wir gäbe es im Moment nicht für ihn. Mit anderen Worten: Er wollte von hier aus ein Singleleben führen. Das Schlimme ist, dass ich weiss, dass das nicht wahr ist und mit seiner Krankheit zusammenhängt. Es sind jetzt 2 Wochen und 2 Tage. Gestern hat er angerufen und will am Samstag seinen Sohn sehen. Er kommt um 10.00 Uhr und bringt ihn um 19.00 Uhr zurück. Ich weiss noch gar nicht, wie ich das überleben soll. Weisst Du, wenn er in den nächsten 2 Wochen wieder zurück will, weiss ich, dass ich nein sagen müsste, weil sich sonst alles zum 20. Mal wiederholen würde und es wird ja nicht besser (an Wunder glaub ich irgendwie nicht mehr), aber ich liebe ihn nach wie vor, weil ich weiss, wie er wirklich ist. Und wenn er zurückkommt haben die Kinder und ich für wenigstens 4 Wochen den Mann, den wir so sehr lieben. Und dann gehts wieder von vorne los. Ich weiss, dass er mich liebt und ich dachte bisher immer, dass Liebe alle Grenzen überwindet. Es macht mich so unendlich traurig, dass es für uns scheinbar keinen Weg gibt. Aber wenn ich daran denke, dass er nicht zurückkommen könnte, kriege ich Panik.
Grüsse
Claudia

Claudia - Wednesday, June 19 at 4:50 PM MET

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