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Heimwehgefühle...

ja dieses melancholische Gefühl, diese Bruchstücke der Erninnerung welche sich kaum noch an der vergangenen Situation festmachen, sondern nur noch am dem Gefühl das man einst verspührte ist mir auch sehr bekannt.
Es hat etwas von "damals" als ich mich soooo geborgen und/oder glücklich fühlte.
Bei mir selber wird diese Melancholie sehr häufig durch bestimmte Wetterlagen und die dazugehörenden Düfte ausgelöst.
Sonnewärme auf buntem feuchten Herbstlaub,
im Hintergrund der Geruch von ersten Kaminfeuern.
Kindheitsgefühle - Erinnerungen an meine Kindheit, der erste Kuss - es war Herbst. Wir sassen auf einer Wiese, zurücksinken ins Gras, das Herz wummerte als das erste mal sich die Lippen eines anderen Menschen auf meine drückten. Verliebt, Eintritt in eine neue Welt, erleben gänzlich neuer berauschender Emotionen. Jahre später, wieder mal verliebt, wieder mal Herbst. Wind, der Duft von Haut und Lederjacke...KUSS!
Regen...es prasselt...die Erde saugt die Feuchtigkeit auf und duftet berauschend...Kleines Mädchen weiht ihren neuen roten Lackmantel ein und den dazu passenden Südwester....marschiert bei dem unwirtlichen Wetter durch die Strassen, einzige die nicht reisssausnimmt vor dem Wetter. Die Welt gehört mir, mein ist die Strasse, freie Bahn für freie Mädels. So riecht die Freiheit.
Jahre später, Herbst, goldenes Licht, Feldwege, ähnliche Düfte. Rechts eine Freundin, links ich, in der Mitte das Pony, von meinem kleinen Sohn geritten. Spaziergang mit Kind auf Pferdchen...Das Herz läuft schier über vor Mutterliebe....Glück....
Frühling...Anbaden...ganz kleines Mädchen...auf dem Arm der Oma. Omas haut ist so weich und duftet nach Nivea. Sie ist geduldig, trägst das kleine Mädchen das ihren Kopf an sie schmiegt stundenlang im Wasser hin- und her...es riecht nach Frühling, ersten Blütendüften und Niveacreme...so duftet die Geborgenheit.
Und seitdem, immer wenn ich irgendetwas von einem dieser Gerüche wahrnehme in mir dieses leise Heimweh, der Anflug von Melancholie. Dabei bin ich aber nicht richtig traurig das es vergangen ist, sondern glücklich es erlebt zu haben.

Oder um es in einem Gedicht von Nietzsche auszudrücken:

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. -
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!
Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel -Ton!
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, -
Weh dem, der keine Heimat hat!


Mit ganz lieben Grüssen und Umarmung,
Griselda


Griselda - Tuesday, November 25 at 8:50 AM MET

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